Fußball: "Häufigkeit unserer Fehler abstellen"

SCF-Exklusivinterview mit Steve Zizka

Hanne: „Steve, du bist im Sommer neu zur Mannschaft gestoßen. Wie kam es dazu und was waren die Gründe für deinen Wechsel?“

Steve: „Ich hatte in den vergangenen Jahren schon öfters Kontakt zum SC Freital gehabt, allerdings musste ich aus unterschiedlichsten Gründen immer wieder absagen. Nach der Saison in Krieschow war für mich klar, dass ich nur zum SC Freital wechseln möchte. Zum einen wohne ich nur 20 Minuten von Freital entfernt und ich arbeite seit April Vollzeit in Dresden, weshalb alles andere keinen Sinn für mich gemacht hätte. Zum anderen hatte ich den SC Freital sowieso schon länger im Hinterkopf und bin deshalb jetzt sehr froh, dass ich endlich hier angekommen bin.“

Hanne: „Durch deinen Vater, der ja lange für den Hainsberger SV gespielt hat, hast du ja auch eine direkte Verbindung nach Freital. Warum hat es eigentlich nicht schon früher mit dem Wechsel geklappt?“

Steve: „Wie gesagt, war mir der SC Freital immer präsent. Meine Mama wohnt zum Beispiel schon seit über 20 Jahren in Freital und mein Papa hat durch seine aktive Zeit in Hainsberg auch viele Schnittpunkte. In der Jugend spielte ich in verschiedenen Nachwuchsleistungszentren. Vor sechs Jahren, als ich in mein erstes Männerjahr kam, war der SCF noch in der 6. Liga unterwegs. Da war damals die Station in Bischofswerda für mich und meine Entwicklung einfach die sportlich lukrativere Lösung, da sie ambitioniert in der Oberliga aktiv waren. Später hatte es sich dann einfach aufgrund anderer Wechsel und der jeweiligen Kaderstruktur, nicht ergeben, dass ich schon eher in Freital gelandet bin. Dennoch bin ich sehr glücklich darüber, in meinen jungen Jahren schon viel gesehen zu haben und jetzt endlich Zuhause angekommen zu sein.“

Hanne: „Du hast in deiner bisherigen Laufbahn auch schon für so einige namhafte Vereine gespielt. Kannst du hier mal kurz etwas über deine Stationen erzählen?“

Steve: „Meine ersten Schritte im Fußball, habe ich bis zur U12 bei der SG Dynamo Dresden gemacht. Danach zog es mich zu RB Leipzig von der U13 bis zur U15. Im Anschluss wechselte ich zum FC Ingolstadt in die U16 und blieb bis zum ersten U19 Jahr dort. Nach drei Jahren Ingolstadt wollte ich wieder näher an die Heimat Dresden ran und ging schließlich im letzten U19 Jahr zum Chemnitzer FC. Wie erwähnt ging es dann im ersten Männerjahr nach Schiebock. Nach einem Jahr habe ich dann als 19-Jähriger den Schritt zur VSG Altglienicke in die Regionalliga Nordost gewagt. Leider bekam ich dort in der Hinrunde nicht die Anzahl an Einsatzzeit, wie ich es mir erhofft habe – was natürlich auch daran lag, dass ich mit Spielern wie Tolgay Cigerci einen unheimlich guten Spieler als „direkten Konkurrenten“ auf der Zehner Position hatte. In der Rückrunde versuchte ich es dann beim FSV Luckenwalde, allerdings konnte ich mich dort auch nicht als unangefochtenen Stammspieler durchsetzen. Aus diesem Grund habe ich einen Schritt „zurück§ gemacht und ging ich wieder nach Bischofswerda. Diese zwei Spielzeiten waren für mich und das Team nicht zuletzt durch die Oberliga-Meisterschaft, sehr erfolgreich. Nach den zwei Jahren und dem Aufstiegsverzicht, suchte ich eine neue Herausforderung und so kam über den Kontakt zu Robert Koch, zuvor Co-Trainer in Bischofswerda, der Wechsel zum VfB Krieschow zustande. Nach diesem Jahr bin ich nun endlich in Freital angekommen und freue mich auf das, was hier auf mich wartet.“

Hanne: „Neue Mannschaft, neues Umfeld. Hattest du Probleme mit der Umstellung und wie bist du von den Jungs aufgenommen worden?“

Steve: „In der neuen Mannschaft anzukommen war relativ einfach, da ich vorher schon über die Hälfte der Spieler persönlich kannte. Hinzukommt, dass ich mit sieben, acht Spielern schon in der Jugend oder im Männerbereich zusammengespielt habe. Deshalb war die Eingewöhnungsphase bei mir sehr entspannt und die Mannschaft hat mich von Tag eins an, sehr gut aufgenommen.“

Hanne: „Im Vorjahr ist die Mannschaft ja Vizemeister geworden, doch dieses Jahr läuft es bisher etwas schleppend. Was glaubst du woran das liegen könnte?“

Steve: „Ich kann die Vorsaison nur aus der Ferne beurteilen. Der SCF hat eine überragende Saison gespielt. Dennoch gehört zur Wahrheit wahrscheinlich auch, dass in der Saison auch sehr viel zusammenlief. Die Truppe war im Flow, wo du dann häufig auch das Spielglück auf deiner Seite hast. Das haben wir in dieser Saison bislang nicht so gehabt. Wir wussten alle, dass es dieses Jahr deutlich schwieriger werden würde. Auch mit dem Hintergrund, dass die Liga deutlich stärker geworden ist, mit Vereinen wie Eilenburg, Meuselwitz oder Dynamo Dresden. Leider machen wir aktuell zu viele Fehler in der Defensive und kassieren einfach zu viele Gegentore, was letzte Saison noch die große Stärke war. Wenn wir die Häufigkeit unserer eigenen Fehler in den nächsten Spielen abstellen, bin ich fest davon überzeugt, dass wir auch wieder mehr Spiele gewinnen werden, als bisher.“

Hanne: „Wie bist du persönlich mit deinen bisherigen Leistungen zufrieden, drei Tore in den Pflichtspielen, plus einige Vorbereitungen stehen da zu Buche. Klingt doch eigentlich nicht schlecht, oder?“

Steve: „An sich bin ich im Großen und Ganzen erstmal soweit zufrieden mit meinen bisherigen Leistungen. Allerdings weiß ich auch, dass ich noch deutlich mehr kann und das noch Luft nach oben ist zu meiner Bestleistung. Aber dafür, dass es eine neue Mannschaft für mich ist, mit einer neuen Spielidee, bin ich für den Start grundsätzlich zufrieden. Wichtiger ist allerdings, dass wir als Team erfolgreicher und besser spielen, da bin ich nur ein Teil davon.“

Hanne: „In der Liga und auch im Pokal stehen wir ja noch am Anfang der Saison. Was glaubst du, kann die Mannschaft in diesem Spieljahr noch erreichen?“

Steve: „Im Pokal haben wir erfolgreich das Achtelfinale erreicht und treffen jetzt auf Bischofswerda. Ohne den Gegner unterschätzen zu wollen, ist es unser Anspruch weiterzukommen. Mit ein bisschen Losglück in den nächsten Runden, kann es hoffentlich im Pokal dieses Jahr sehr weit für uns gehen. In der Liga haben wir uns sicherlich alle den Saisonstart etwas anders vorgestellt. Am Ende sind wir aber selber schuld, dass wir nicht mehr Punkte auf dem Konto haben. Sollten wir zeitnah unsere eigenen Fehler abstellen, kann es für uns in der Tabelle definitiv noch ein paar Plätze höher gehen. Auch mit dem Hintergrund, dass bekanntlich in der Oberliga jeder gegen jeden gewinnt und alle sich gegenseitig die Punkte wegnehmen.“

Hanne: „Bisher bist du ja entweder im Sturm oder auf der Zehn aufgestellt worden. Wo siehst du dich am liebsten und hast du dir eigentlich eine Anzahl an Toren vorgenommen?“

Steve: „Am liebsten spiele ich auf der Zehn, weil ich dort meine Stärken am besten zeigen kann. Eine Anzahl X an Toren habe ich mir jetzt nicht unbedingt vorgenommen. Aber am Ende einer Saison mal zweistellig in der Liga zu treffen, ist noch ein großes Ziel von mir, was ich bisher noch nicht geschafft habe.“

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