Fußball: "Meinen Urlaub für dieses Spiel verschoben"

SCF-Exklusivinterview mit Stadionsprecher Gregor Flathe

Der Familienspieltag ist in den Startlöchern. Die letzten Vorbereitungen werden getroffen und laufen auf Hochtouren. Im Zuge dieses besonderen Spiels hat sich Andreas Hannewald auch mit einer besonderen Person getroffen. Mit Stadionsprecher Gregor Flathe. Was Gregor schon für Höhen und Tiefen mit dem Sportclub erlebt hat, wie er sich auf seine Einsätze vorbereitet und wieso er gerade mit osteuropäischen Spielernamen kein Problem bei der Aussprache hat, erfahrt Ihr nun im Exklusivinterview.

Hanne: „Zum Familienspieltag gegen Rudolstadt habt ihr eine ganz besondere Aktion geplant. Kannst du hier schon mal etwas Genaueres darüber sagen?“ 

Gregor: „Die Idee war, passend zu diesem besonderen Motto-Spieltag, einem Mädchen oder einem Jungen die Möglichkeit zu geben, ein Spiel aus meiner Perspektive zu erleben. Deswegen suchten wir eine Co-Stadionsprecherin oder einen Co-Stadionsprecher im Alter zwischen 10 und 16 Jahren.“ 

Hanne: „Du hast ja nun als Stadionsprecher auch schon ein paar Jahre auf dem „Buckel“. Wie lange ist das eigentlich jetzt her und wie kam damals der Kontakt zustande?“

Gregor: „Ich verfolgte die Fusion seit Tag 1 aus der Ferne und war interessiert, wie der weitere Weg des SCF aussieht. Dann hatte ich im Internet gelesen, dass ein Stadionsprecher für die Oberliga-Mannschaft gesucht wird. Da ich diese Position schon einige Jahre beim Hartmannsdorfer SV „Empor“ ausgeübt hatte und mir das unglaublich viel Spaß macht, wollte ich diese hochklassige Chance unbedingt nutzen. Das Spiel gegen den FC Grimma am 10.09.22 im Johannes-May-Stadion in Freital-Hainsberg war damals mein Einstand.“ 

Hanne: „So gehörst du auch zu denen, die seit Gründung des Sportclubs mit dabei sind und hast die positive Entwicklung der letzten Jahre hautnah miterlebt. Hättest du eine solche Entwicklung damals für möglich gehalten?“

Gregor: „Es ist grundsätzlich schwer zu sagen, was die Zukunft bringen kann. Ich habe aber von Tag 1 gespürt, dass hier Menschen zusammengefunden haben, die etwas bewegen wollen. Wenn zu diesem Willen die Bereitschaft kommt hart für die Ziele zu arbeiten, kann man nur erfolgreich werden. Für die angesprochene Entwicklung, benötigt man aber immer Zeit & Geduld. Aktuell sieht man aber was möglich ist. Ich denke, beim SC Freital ist sogar noch unglaublich viel mehr möglich – in vielen Sparten.“ 

Hanne: „Was war in den Jahren eigentlich dein schönstes Erlebnis hier beim Sportclub?“

Gregor: „Ich wurde ja allgemein sehr positiv und familiär aufgenommen von Mannschaft, Staff und Fans. Die im Club vorhandene Wertschätzung mir gegenüber, sowie das positive Feedback nach den Spielen, sind immer wieder schöne Erlebnisse für sich. Ich kann daher kein spezielles benennen. Natürlich machen Heimsiege aber auch mir deutlich mehr Spaß, als Niederlagen.“

Hanne: „Ich weiß von dir, dass du immer großen Wert auf die richtige Aussprache der Namen der von dir angesagten Spieler legst, was ja teilweise ja gar nicht so einfach ist. Wie gehst du da vor?“

Gregor: „Das stimmt. Da kommt mein Perfektionismus arg durch. Zu meiner Spielvorbereitung gehört es dazu, dass ich mir den Kader oder die letzte Aufstellung der Gästemannschaft anschaue und die Namen für mich laut vorlese. Wenn ich feststelle, dass bei einem der Spieler Schwierigkeiten bzgl. der Aussprache auftreten könnten, trainiere ich es mehrfach oder hole mir im Internet Hilfe, um es dann korrekt ansagen zu können. Da ich selbst großer Fußball- & auch Eishockeyfan bin, sind beispielsweise osteuropäische Namen das kleinere Problem (lacht).“ 

Hanne: „Zum Abschluss noch eine sportliche Frage. Nachdem unsere Mannschaft monatelang an der Spitze der Tabelle zu finden war, hat sie doch zuletzt etwas geschwächelt. Glaubst du die Jungs fangen sich wieder und können das Meisterschaftsrennen bis zum Ende offenhalten?“

Gregor: „Ich weiß, dass der Zusammenhalt im Team sehr groß ist. Das ist auf jeden Fall eine wirklich gute Grundlage. Die Titel gewinnen ja die Mannschaften mit dem größten Spirit und dem passenden Mindset. Nichtsdestotrotz hat das Team es jetzt nicht mehr selbst in der Hand und muss auf einen Ausrutscher von Stahnsdorf hoffen, bei gleichzeitig eigener maximaler Punkteausbeute. Also gilt spätestens ab jetzt, dass sich die Mannschaft komplett auf sich konzentriert, die Siege holt und dabei nicht auf andere schaut. Vielleicht erleben wir dann ja am 30.05 ein echtes Endspiel um die Meisterschaft. Ich hätte aber auch nichts dagegen, wenn sich die Saison noch so entwickelt, dass wir die Chance auf den Titel schon zu Hause vor unseren Fans mit mir am Mikrofon gegen Auerbach haben. Dann hätte es sich auch mehr als gelohnt, dass ich meinen Urlaub für dieses Spiel verschoben habe.“

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