Nun ist es so weit - die U23 trifft am heutigen Freitag auf die U23 der SG Dynamo Dresden. Ein Duell, welches auf dem Papier an und für sich klar sein sollte. Aber der Fußball ist ein Sport mit 22 Akteuren und einem Ball. Im Vorfeld hat sich Felix Zimmermann aus der SCF-Geschäftsstelle mit Paul Werner, dem U23-Kapitän, getroffen und ein wenig geplaudert. Wie “Socke” die erste Landesligasaison der U23 einschätzt, wie er auf das Freitagabendspiel gegen den SGD blickt und was für ihn neben der Entwicklung junger Spieler auch ganz wichtig ist in der Zweiten des Sportclubs gibt's nun im Exklusivinterview.
Seit 2022 bist du nun schon beim SCF. Welche Momente sind dir bis heute in Erinnerung geblieben - gut wie schlecht?
Paul: Der Aufstieg war natürlich ein absolutes Highlight und definitiv ein Moment, den ich nie vergessen werde. Aber ehrlich gesagt sind es oft auch die kleinen Dinge, die einem im Kopf bleiben – die Zeit in der Kabine nach dem Training oder nach den Spielen, egal ob mit guter Musik, lockeren Sprüchen oder einfach gemeinsamen Gesprächen. Da sind über die Jahre unglaublich viele positive Erinnerungen entstanden. Die schlechten Momente gehören im Fußball aber genauso dazu. Jede Niederlage tut weh, vor allem wenn man weiß, dass mehr drin gewesen wäre. Und natürlich ist es auch immer sehr schade, wenn Spieler den Verein verlassen, die einem über die Zeit wirklich ans Herz gewachsen sind.
Du bist Kapitän der U23 im vergangenen Jahr habt ihr den Aufstieg in die Landesliga geschafft. Wie schätzt du die Entwicklung der Truppe seit dem Aufstieg ein? Bist du mit dem Saisonverlauf im ersten Landesligajahr zufrieden?
Paul: Man hat schon gemerkt, dass die Landesliga nochmal ein anderes Niveau ist. Es hat natürlich auch etwas gedauert, bis wir uns daran gewöhnt und angepasst haben. Aber genau das gehört zur Entwicklung dazu. Insgesamt bin ich mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden. Natürlich brauchen wir noch ein paar Punkte, um den Klassenerhalt endgültig klarzumachen – und am Ende der Saison kann man dann nochmal ein richtiges Fazit ziehen. Aber solange wir die Klasse halten, können wir auf die erste Landesligasaison definitiv stolz sein. Besonders erfreulich finde ich auch, dass einige Spieler aus unserer 2. Mannschaft den Sprung in die 1. Mannschaft geschafft haben und dort sogar schon Einsätze sammeln konnten. Das zeigt, dass wir als Team und auch als Verein auf einem guten Weg sind.
Am Freitag wartet in der WGF-Arena ein besonders Spiel. Ihr trefft die U23 der SG Dynamo Dresden, was bedeutet dir das Spiel, da du selbst glühender Anhänger der SGD bist? Ist dieses Spiel für Euch als Truppe noch einmal etwas spezieller oder siehst Du es als Spiel wie jedes andere, in dem es drei Punkte zu vergeben gibt?
Paul: Klar sagt man als Fußballer immer und besonders unser Trainer, dass jedes Spiel gleich wichtig ist – und am Ende geht es auch diesmal um drei Punkte. Trotzdem wäre es gelogen, zu sagen, dass dieses Spiel nichts Besonderes ist. Für mich persönlich als großer Dynamo-Fan ist es natürlich ein echtes Highlight, aber ich glaube auch für die ganze Mannschaft. Freitagabend, Flutlicht, WGF-Arena und dann gegen die U23 von Dynamo Dresden – auf solche Spiele freut man sich einfach. Dazu hoffentlich viele Zuschauer und eine besondere Atmosphäre. Trotzdem wollen wir uns davon nicht zu sehr ablenken lassen. Der Fokus liegt natürlich darauf, ein gutes Spiel zu machen und etwas Zählbares mitzunehmen. Aber der Rahmen macht die Partie definitiv zu etwas Besonderem.
Wie erwartest Du die jungen Dynamos und wie denkst Du, können diese geärgert werden?
Paul: Wir erwarten auf jeden Fall eine sehr starke Mannschaft. Dynamo steht nicht ohne Grund ganz oben in der Tabelle, deshalb ist uns allen bewusst, dass das eine richtig schwere Aufgabe wird. Die Jungs haben viel Qualität und wollen auch perspektivisch höher spielen. Trotzdem gehen wir nicht in das Spiel, um nur zuzuschauen. Wir sind überzeugt davon, dass wir unsere Chancen bekommen werden und auch Punkte holen können. Dafür müssen wir als Mannschaft alles auf den Platz bringen, dagegenhalten und Dynamo so gut wie möglich vor Probleme stellen. Am Ende gilt: Namen gewinnen keine Spiele. Klar hat Dynamo große Ziele, aber aktuell spielen wir in derselben Liga – und deshalb ist in einem Spiel auch alles möglich.
Abschließend: Die Saison ist im Endspurt. Wie blickst du auf die Zukunft - sowohl für die U23 als auch für dich persönlich?
Paul: Für uns als Mannschaft ist das große Ziel ganz klar der Klassenerhalt. Wir wollen uns langfristig in der Landesliga etablieren und uns als Team weiterentwickeln. Dabei geht es nicht nur um Ergebnisse, sondern auch darum, junge Spieler weiterzubringen – egal ob aus der A-Jugend oder mit Blick auf die 1. Mannschaft. Entwicklung steht bei uns definitiv an erster Stelle. Trotzdem soll der Spaß natürlich nie zu kurz kommen: sich wohlfühlen, gemeinsam Spiele gewinnen und als Team eine gute Zeit haben – das macht den Fußball am Ende aus. Ich bin dem Verein auch sehr dankbar dafür, was hier für die 2. Mannschaft aufgebaut wurde. Das ist heutzutage nicht selbstverständlich. Die Unterstützung, die Möglichkeiten und auch die gemeinsamen Highlights der letzten Jahre wissen wir als Mannschaft wirklich zu schätzen. Deshalb wollen wir in Zukunft auch weiterhin den Ansprüchen gerecht werden und mit Leistung etwas zurückgeben.
Für mich persönlich hoffe ich natürlich, weiterhin ein wichtiger Teil der Mannschaft zu sein und voranzugehen. Auch wenn ich mit 23 selbst noch kein „alter Hase“ bin, möchte ich gerade für die jüngeren Spieler ein Ansprechpartner und Vorbild sein. So wie es damals bei mir Spieler wie Maik Laspe waren, die mich direkt aufgenommen und mir von Anfang an ein gutes Gefühl gegeben haben. Genau das möchte ich jetzt auch weitergeben. Und wenn wir den Klassenerhalt geschafft haben, dann wird natürlich erstmal mit der Mannschaft Malle unsicher gemacht. Das gehört dann auch dazu.


