Vor dem Heimspiel gegen den SSC Weißenfels hat sich Andreas Hannewald mit Antonio Frenzel getroffen. “Dachser”, der gerade an einem Kreuzbandriss laboriert spricht im SCF-Exklusivinterview über seinen Genesungsplan, die aktuell enge Personaldecke und was ihm außerhalb des Platzes mit seiner Truppe wichtig ist.
Hanne: „Antonio, Du fällst nun leider aufgrund deines Kreuzbandrisses für längere Zeit aus. Wie ist das eigentlich passiert?“
Antonio: „Die Verletzung ist unter der Woche während einer Trainingseinheit passiert. Bei einer Abbremsbewegung wurde mein Knie unglücklich überstreckt, wobei ich ein deutliches Knacken wahrgenommen habe. Das Ganze geschah ohne jegliche Gegnereinwirkung.“
Hanne: „Wie ist jetzt dein Heilungsverlauf und was sind die nächsten Schritte um möglichst schnell zum Team zurück zu finden?“
Antonio: „Die Verletzung erfordert jetzt vor allem Zeit und viel Geduld. Mein Ziel ist es, das Knie bis zur Operation bestmöglich zu stabilisieren und gezielt Muskulatur aufzubauen, damit ich danach nicht wieder bei Null anfangen muss. Ich möchte die Zeit bis zur Operation so sinnvoll wie möglich nutzen, um die bestmöglichen Voraussetzungen für meine anschließende Rehabilitation zu schaffen.“
Hanne: „Neben dir gibt es ja zurzeit gleich noch mehrere Spieler mit Verletzungsproblemen, sodass so einiges in der Mannschaft umgestellt werden musste. Wie gehen die Jungs deiner Meinung nach damit um?“
Antonio: „Aktuell ist die Situation mit unserer Verletztenliste natürlich sehr unglücklich, aber die Jungs gehen wirklich super damit um. Gerade in solchen Phasen rücken wir als Mannschaft noch enger zusammen und unterstützen uns gegenseitig. Ich bin überzeugt, dass wir auch diese schwierige Zeit gemeinsam meistern werden. Genau das zeichnet uns als Mannschaft aus: dass wir auch mit einem kleineren Kader zusammenhalten, füreinander einstehen und geschlossen auftreten.“
Hanne: „Die bisherige Saisonbilanz ist ja im Vergleich zur Vorsaison doch etwas durchwachsen. Und das trotz spielerisch eigentlich ganz guten Leistungen. Hast du eine Erklärung dafür?“
Antonio: „Das ist eben Oberliga-Fußball, hier kann jeder jeden schlagen. Im vergangenen Jahr hatten wir einen richtig guten Lauf und sicherlich auch in einigen Situationen das nötige Spielglück, das wir uns durch harte Arbeit erarbeitet haben. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass wir die Qualität besitzen, jede Mannschaft in dieser Liga zu schlagen. Aktuell machen wir allerdings zu viele individuelle Fehler, die uns am Ende wichtige Punkte kosten. Daran müssen wir arbeiten und wieder mehr Konstanz in unser Spiel bekommen. Die Jungs geben aber Woche für Woche alles und arbeiten hart daran, wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden. Deshalb bin ich mir sicher, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis wir uns dafür auch wieder mit Siegen belohnen.“
Hanne: „Du gehörst ja, trotz deines noch jungen Alters, zu den wenigen im Team, die die Freitaler Oberligazeit von Anfang an mitgeprägt haben. Was waren deine schönsten Erlebnisse in diesen Jahren?“
Antonio: „Es ist schwer, da einen einzelnen Moment herauszugreifen, weil es einfach viele schöne Erlebnisse gab. Sportlich gesehen war das Pokalspiel gegen Erzgebirge Aue sicherlich ein absolutes Highlight. Aber auch abseits des Platzes gab es viele besondere Momente. Unsere gemeinsamen Teamabende oder der Saisonabschluss auf Mallorca bleibennatürlich in Erinnerung. Gerade solche Erlebnisse machen den Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft aus und sorgen dafür, dass man nicht nur sportlich, sondern auch menschlich eng zusammenwächst.“
Hanne: „Nach den vier aufeinander folgenden Unentschieden hat die Mannschaft am letzten Wochenende in Krieschow endlich wieder einen Sieg eingefahren. Was glaubst du ist noch möglich in diesem Spieljahr?“
Antonio: „Es wurde auch endlich mal Zeit, dass wir uns wieder mit drei Punkten belohnen und nicht erneut mit einem Unentschieden vom Platz gehen, das sich am Ende eher wie eine Niederlage anfühlt. Wie ich bereits gesagt habe, bin ich fest davon überzeugt, dass wir die Qualität besitzen, jede Mannschaft in dieser Liga zu schlagen. Trotzdem müssen wir jetzt von Spiel zu Spiel schauen und dürfen nicht zu weit vorausdenken. Unser voller Fokus liegt auf dem nächsten Heimspiel gegen Weißenfels, bei dem wir unbedingt die nächsten drei Punkte holen wollen.“
Hanne: „Und was ist dein Ziel wann du vielleicht wieder zum Team dazustoßen kannst?“
Antonio: „Da muss man natürlich realistisch bleiben. Am liebsten würde ich so schnell wie möglich wieder auf dem Platz stehen und der Mannschaft helfen. Mein oberstes Ziel ist es aber, das Knie vollständig aufzubauen und wieder die nötige Stabilität und Sicherheit zu bekommen, um das Risiko einer erneuten Verletzung so gering wie möglich zu halten. Ob ich im Februar schon wieder auf dem Platz stehe oder vielleicht erst am letzten Spieltag zurückkehre, lässt sich aktuell schwer sagen. Das hängt letztendlich davon ab, wie der Heilungsprozess verläuft. Ich möchte nichts überstürzen und erst dann zurückkommen, wenn ich wirklich bereit dafür bin.“


