Als der Sportclub vor Saisonbeginn die Verpflichtung von Louis Menz vom SC Borea Dresden bekanntgegeben hat, haben wohl nicht alle sofort an einen Stammspieler für die anstehende Oberligasaison gedacht. Doch „Menzer“ dürfte durchaus als einer der Gewinner der Vorbereitung gelten und stand bislang bereits zweimal in der Startformation – krönte seinen Startelfeinsatz in Stendal sogar mit einem Treffer. Wie der 21-Jährige sich eingelebt hat, was er für eine besondere Bindung zum Co-Trainer Marian Weinhold hat und in welchem Zusammenhang seine Trefferquote mit dem nächsten Sonntagsbraten hat, erfahrt Ihr im Interview mit Andreas Hannewald.
Hanne: „Du bist im Sommer vom Landesligisten Borea Dresden zum Sportclub nach Freital gewechselt. Wie kam der Wechsel zustande?“
Menzer: „Der Wechsel war für mich der nächste logische Schritt. Bei Borea habe ich unglaublich viel gelernt, gerade in taktischer Hinsicht, aber ich wollte mich unbedingt auf höherem Niveau beweisen. Der Kontakt nach Freital bestand schon länger, man hat mich hier sehr offen empfangen und mir signalisiert, dass ich die Chance bekomme, mich in der Oberliga durchzusetzen. Das hat mich sofort gereizt.“
Hanne: „Wie bist du von der Mannschaft aufgenommen worden und wie gefällt es dir im Allgemeinen hier beim Sportclub?“
Menzer: „Sehr gut, um ehrlich zu sein. Klar war ich am Anfang etwas nervös, weil man als junger Spieler in einer neuen Kabine erst einmal seinen Platz finden muss. Aber die Jungs hier haben es mir echt leicht gemacht. Auf dem Platz merkt man sofort die Qualität, und daneben passt die Chemie auch. Ich fühle mich inzwischen schon als wäre ich schon eine ganze Weile hier und Teil der Mannschaft.“
Hanne: „Als junger Spieler und Neuzugang hast du es gleich am ersten Spieltag in die Anfangsformation der Oberligamannschaft geschafft. Hattest du damit gerechnet?“
Menzer: „Nein, ehrlich gesagt nicht unbedingt. Jeder trainiert mit dem Ziel, irgendwann in der Startelf zu stehen, aber dass es gleich am ersten Spieltag klappt, hätte ich nicht gedacht. Das Trainerteam hat mir von Anfang an großes Vertrauen geschenkt – und das wollte ich direkt mit Leistung zurückzahlen.“
Hanne: „Am dritten Spieltag hast du auch deinen ersten Oberligatreffer erzielt und damit großen Anteil am bereits zweiten Auswärtssieg der Saison. Hast du dir eigentlich ein Ziel gesetzt, was deine Trefferquote angeht?“
Menzer: „Ein richtig festes Ziel habe ich mir nicht gesetzt, weil ich erstmal ankommen und mich etablieren wollte. Natürlich freut es mich riesig, dass es gleich mit einem Tor geklappt hat – das gibt Selbstvertrauen. Mein Schwager, der ja gleichzeitig auch Co-Trainer ist, hat mir allerdings vor der Saison gesagt: ‚Mindestens die Hälfte von dem, was du letzte Saison getroffen hast, will ich auch in der Oberliga sehen.‘ Da stand ich erstmal unter familiärem Druck. Letztes Jahr waren es sechs Treffer – also drei muss ich wohl liefern, sonst hab‘ ich beim nächsten Familienessen ein Problem.“
„Potenzial ist auf jeden Fall groß“
Hanne: „Bisher wurdest du vom Trainerteam im zentralen defensiven Mittelfeld aufgestellt. Glaubst du, dass dies für dich die optimale Position ist oder siehst du dich eventuell etwas weiter vorn?“
Menzer: „Ich fühle mich im defensiven Mittelfeld tatsächlich sehr wohl, weil ich dort das Spiel mitgestalten und gleichzeitig nach hinten absichern kann. Klar, manchmal zieht es mich auch nach vorn, weil ich gerne das Offensivspiel mit ankurble, aber momentan ist das Zentrum genau der richtige Platz für mich.“
Hanne: „Drei Spiele, sechs Punkte und doch sehr unterschiedliche Leistungen. Was glaubst du, kann die Mannschaft in diesem Spieljahr erreichen?“
Menzer: „Das Potenzial ist auf jeden Fall groß. Wir haben schon gezeigt, dass wir Spiele gewinnen können, auch wenn wir mal nicht den besten Tag erwischen. Das spricht für Qualität und Mentalität. Natürlich ist die Saison lang, aber wenn wir es schaffen, konstanter aufzutreten, können wir eine richtig gute Rolle in der Liga spielen.“
Das Interview führt Andreas Hannewald